Die Bilanzgleichung
Baue dein mentales Modell
Alles im Unternehmen muss auf irgendeine Weise finanziert sein.
Ein Unternehmen finanziert sein Vermögen entweder mit eigenem Kapital oder mit Beträgen, die es anderen schuldet. Die Bilanzgleichung prüft nach jedem Vorgang, ob beide Seiten weiterhin zusammenpassen.
- 1Vermögen des Unternehmens bestimmen
- 2Finanzierungsquelle bestimmen
- 3Gleichgewicht beider Seiten prüfen
Jetzt die wichtigsten Fachbegriffe.
Du kennst nun zuerst die Grundidee. Diese Karten verbinden sie mit der Fachsprache. Unter jedem Begriff steht zunächst die einfache Bedeutung; die Detailseite ergänzt Definition, Beispiel und Grafik.
Alles, was ein Unternehmen besitzt, wurde entweder mit fremdem oder mit eigenem Geld finanziert.
Mehr erfahren →BilanzEigenkapitalDer rechnerische Rest für die Eigentümer, nachdem das Fremdkapital vom Vermögen abgezogen wurde.
Mehr erfahren →BilanzVerbindlichkeitEine Verpflichtung des Unternehmens gegenüber jemand anderem – zum Beispiel eine noch offene Rechnung.
Mehr erfahren →Working CapitalVerbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenLieferantenrechnungen, die das Unternehmen erhalten, aber noch nicht bezahlt hat.
Mehr erfahren →BilanzVermögensgegenstand / AktivumEtwas wirtschaftlich Nützliches, das dem Unternehmen zugeordnet wird – etwa Geld, eine Forderung oder eine Maschine.
Mehr erfahren →Aktiva und Passiva
Die Aktivseite zeigt die Mittelverwendung in Vermögensgegenständen; die Passivseite zeigt die Mittelherkunft aus Eigen- und Fremdkapital.
Zum Fremdkapital gehören insbesondere Rückstellungen und Verbindlichkeiten.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Klassifiziere Bank, Kundenforderung, offene Lieferantenrechnung, Eigentümerkapital und im Monat verdienten Ertrag.
Jeder Vorgang hat mindestens zwei Wirkungen
Ein Bankkredit erhöht Bank und Darlehensschuld.
Ein Maschinenkauf gegen Bank tauscht zwei Aktiva.
Leistung auf Ziel erhöht Forderungen und Eigenkapital.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Eigenkapital ist nicht der Bankbestand, sondern der Residualanspruch nach Abzug sämtlicher Verbindlichkeiten.
Ein Kredit über € 10.000 wird aufgenommen; davon werden € 4.000 für eine Maschine bezahlt. Zeige beide Gleichungswirkungen.
Anlage- und Umlaufvermögen nach HGB
§ 266 HGB gliedert die Aktivseite zuerst in Anlagevermögen und danach in Umlaufvermögen.
Maßgeblich ist grundsätzlich die dauerhafte Zweckbestimmung: Vermögensgegenstände, die dem Geschäftsbetrieb dauerhaft dienen, gehören zum Anlagevermögen; die übrigen regelmäßig zum Umlaufvermögen.
Verbindlichkeiten werden nach Arten gegliedert, während Restlaufzeiten ergänzend anzugeben sind.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Ordne eine 30-Tage-Forderung, eine dauerhaft genutzte Maschine und ein fünfjähriges Darlehen nach HGB ein; € 2.000 des Darlehens werden im nächsten Jahr fällig.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel sind unmittelbar verfügbar.
Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige, hochliquide Anlagen mit unwesentlichem Wertänderungsrisiko.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Sind Kassenbestand, eine beim Erwerb 90-tägige hochliquide Anlage, eine zweijährige Anleihe und Kundenforderungen Zahlungsmitteläquivalente?
Forderungen, Vorräte und Rechnungsabgrenzung
Forderungen sind Ansprüche gegenüber Kunden, Vorräte noch nicht verkaufte oder verbrauchte Güter.
Ausgaben vor dem Stichtag für Aufwand einer bestimmten Zeit danach werden als aktive Rechnungsabgrenzung ausgewiesen; geleistete Anzahlungen sind davon sachverhaltsabhängig zu unterscheiden.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Erkläre, wodurch Forderungen, Betriebsstoffe und vorausbezahlte Versicherung später aus der Bilanz verschwinden.
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände
Zum Anlagevermögen gehören Vermögensgegenstände, die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen.
Sachanlagen besitzen körperliche Substanz; immaterielle Vermögensgegenstände umfassen beispielsweise entgeltlich erworbene Software- oder Lizenzrechte.
Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände gelten besondere HGB-Regeln und Aktivierungsverbote beziehungsweise -wahlrechte.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Fragen zur Bilanzgleichung prüfen Klassifizierung und Mehrfachwirkung, bevor Soll und Haben hinzukommen.
Klassifiziere Computer, erworbene Softwarelizenz, intern geschulte Belegschaft und rückzahlbare Mietkaution.
Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten beruhen auf dem Grunde und der Höhe nach grundsätzlich feststehenden Verpflichtungen.
Rückstellungen erfassen nach § 249 HGB insbesondere ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.
Beide gehören zum Fremdkapital, werden aber getrennt ausgewiesen.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Ordne eine Lieferantenrechnung über 600, unbezahlte Löhne über 900 und einen Bankkredit über 8.000 ein.
Einlagen, Ergebnis und Ausschüttungen
Einlagen und Gewinne erhöhen das Eigenkapital; Verluste und Ausschüttungen mindern es.
Gewinnrücklagen sind kein reserviertes Bankguthaben.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Gewinnrücklagen zu Beginn 4.000, Gewinn 7.500, Ausschüttungen 2.000. Endbestand?
Die erweiterte Gleichung
Erträge erhöhen und Aufwendungen mindern über den Jahresüberschuss das Eigenkapital.
Als Lernmodell gilt: Vermögen = Fremdkapital + Anfangseigenkapital + Erträge − Aufwendungen − Ausschüttungen.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Leistung auf Ziel 1.500; Löhne 400 noch unbezahlt. Zeige die Gleichungswirkung.
Bilanzgliederung nach HGB
§ 266 HGB gibt für Kapitalgesellschaften die Bilanzgliederung vor.
Die Passivseite zeigt die Finanzierung durch Eigen- und Fremdkapital – nicht ausschließlich Schulden.
Jeder erfasste Vorgang erhält die Bilanzgleichung. Bestimme zunächst Art und Veränderungsrichtung jeder Position.
Einzug einer alten Forderung 900; Zahlung einer alten Lieferantenverbindlichkeit 300. Zeige die Wirkungen.
Northstars ersten Monat abbilden
Führe die in Lektion 1 eingeführten Januarvorgänge fort: Einlage 20.000; Computerausstattung gegen Bank 3.000; Betriebsstoffe auf Ziel 800; Leistungserträge 4.500, davon 3.000 auf Ziel; Forderungseinzug 2.000; Kundenanzahlung 1.200; Lieferantenzahlung 600; Jahresversicherung gegen Bank 1.200.
Jetzt festigen.
Ein Unternehmen erhält einen Bankkredit über € 20.000. Zeige den Gleichungseffekt.
Das Unternehmen kauft eine Maschine für € 4.000 gegen Bankzahlung.
Kurzer Wissenstest.
Welche Position ist eine Verbindlichkeit?
Die Summe der Aktiva beträgt € 90.000 und das gesamte Fremdkapital € 25.000. Wie hoch ist das Eigenkapital?
Was bewirkt der Kauf von Vorräten gegen Bankzahlung?
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